Das ungarische Netzwerk der Universitätsdozenten protestiert gegen die geplante Abschaffung des MA-Studienganges für Gender-Studien in Ungarn

Während der Sommersemesterferien hat die Ungarische Rektorenkonferenz einen Entwurf zur Anordnungsveränderung bezüglich der Abschaffung des MA-Studienganges für Gender-Studien vom ungarischen Ministeriums für Humanressourcen (Bildungsministerum) und vom ungarischen Justizministerium erhalten. Ausbildung in Gender-Studien wird in Ungarn derzeit an der Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der ELTE sowie an der Central-Europäischen Universität (CEU) angeboten. Laut Vorlage könnten die in diesem Jahr zugelassenen Studenten ihre Studien noch beenden, doch könnten neue Jahrgänge nicht mehr gestartet werden.

Der MA-Studiengang wurde vor 12 Jahren in die Liste der in Ungarn unterrichteten Hochschulfächer aufgenommen. In der Folge gibt es seit 2008 Master-Ausbildung im Bereich Gender Studien an der CEU in englischer Sprache und 2016 erhielt auch die Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der ELTE das Recht auf Einrichtung des Studienfaches in ungarischer Sprache.

An der Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der ELTE wurde der Studiengang schließlich 2017 lanciert, doch schon im Vorfeld wurde er seitens der Regierungspresse und von etlichen Regierungsmitgliedern attackiert. Jetzt, kaum ein Jahr nach seiner Einrichtung möchte die Regierung unter dem Vorwand des geringen studentischen Interesses am Fach sowie seiner angeblichen Nutzlosigkeit unter marktwirtschaftlichem Gesichtspunkt dieses sowohl an der GeWi Fakultät der ELTE als auch an der CEU abschaffen.

Der Entwurf verletzt auf krude Weise die im Ungarischen Grundgesetz garantierte Freiheit der Universitätslehre, indem er aufgrund vorgeschützter Argumente und unter Verzicht auf jede fachliche Ausseinandersetzung eine Ausbildung abschaffen würde.

Das Studium des sozialen Geschlechts ist ein weltweit anerkanntes Forschungsgebiet. „Gender-Studien”, die sich unter anderem mit der sozialen und marktwirtschaftlichen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, mit den sich sozial wandelnden Geschlechterrollen und mit den geschlechterbezogenen kulturellen Stereotypien beschäftigen, werden an Hunderten von Universitäten unterrichtet.

Die Politik der ungarischen Regierung, die das Thema der Genderforschung und des Genderstudiums für politische Zwecke ausschlachtet – siehe auch die jüngsten Angriffe auf das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum der Ungarischen Akademie der Wissenschaften – macht sich durch ihre kurzsichtige und provinzielle Vorgehensweise vor der Weltöffentlichkeit selbst lächerlich. Selbst rechtsorientierte ausländische Portale berichten von diesem Entwurf als von einem politischen Übergriff der ungarischen Regierung.

Das Lehrernetzwerk der ungarischen Hochschulen protestiert aufs entschiedenste gegen die Pläne der Regierung, den MA-Studiengang Gender-Studien zu verbieten, und bittet Vertreter des ungarischen wie auch des ausländischen universitären und wissenschaftlichen Lebens, sich diesem Protest anzuschließen.  

 

Netzwerk der Universitätsdozenten (OHA)

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