Petition gegen die McCarthy-gleiche Zensur bei den Univeritätsbib

Petition gegen die McCarthy-gleiche Zensur bei den Univeritätsbibliotheken,

adressiert an den Präsidenten der Universität Paris 1, Herrn Professor Philippe Boutry

 

Ein Benutzer der Bibliothek Pierre Mendes France der Universität Paris 1 Sorbonne, der vor kurzem vorschlug, die französische Ausgabe des Buches „Die Kriege von Stalin“ anzuschaffen - ein Werk von Geoffrey Roberts, Professor an der Universität von Cork in Irland, erschienen 2014 in der Edition Delga, veröffentlicht 2006 in der Edition der Universität Yale -  bekam die folgende Antwort: „Das vorgeschlagene Werk, obwohl von einem Hochschullehrer geschrieben, scheint uns a priori nicht die historische und wissenschaftliche Neutralität zu haben, die für eine eventuelle Aufnahme in unsere Bestände notwendig ist. Die anderen von dem Herausgeber publizierten Titel ebenso wenig.“

 

Die Direktion dieser Bibliothek, kontaktiert sowohl zu dem inkriminierten Werk als auch zu den von einem Herausgeber zu erfüllenden Bedingungen für eine Anschaffung, brachte eine Reihe von vagen ausweichenden Antworten. Eine Konsultation der, der Geschichte Sowjetrusslands (späteren UdSSR) gewidmeten Regale in der Bibliothek zeigten, dass seit mehr als 15 Jahren systematisch die Arbeiten der propagandistischen Publizisten wie Bernard-Henri Levy und André Glucksmann und selbst der uneinsichtigste Relativierer des Holocaust‘ wie Ernst Nolte angekauft wurden. In der gleichen Zeit wurden die in französischer Sprache veröffentlichen wissenschaftlichen Arbeiten nicht angeschafft  wie jene von Arno Mayer, Michael Carley, Alexander Werth, dessen berühmtes Werk von 1965 „Russland im Krieg“, neuaufgelegt 2011, weiterhin abwesend blieb..

 

Diese Zensur offenbart sich in einem besonderen Zusammenhang. Zum Beispiel unterstützte der polnische ‚Außenminister Grzegorz Schetyna am 21. Januar 2015 anlässlich der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz die Nichteinladung des russischen Präsidenten mit dem Argument, dass Ukrainer und nicht die rote Armee das Vernichtungslager befreit hätten. Der ukrainische Premierminister Arseni Jatsenjuk hat am 8. Januar unwidersprochen behauptet, dass die Sowjetunion im Juni 1941 Deutschland angegriffen habe.

 

Diese groben Unwahrheiten hatten keinerlei offizielle Reaktionen zur Folge. Diese Passivität ist aber nur möglich aus Gründen eines Mangels an historischem Wissen in der öffentlichen Meinung, unter anderem das Ergebnis einer Zensur, die sich bis in universitäre Institutionen ausgedehnt hat. Lange Zeit stillschweigend und duckmäuserisch hingenommen, hat die Zensur mittlerweile ein Ausmaß erreicht, wie an der Pariser Bibliothek der Sorbonne, wo nicht einmal mehr bemäntelt wird, das Verbot eines bekannten Wissenschaftlers und des gesamten Katalogs eines fortschrittlichen Verlages zu rechtfertigen.

 

Wir verlangen, dass diese beschriebene Verletzung des wissenschaftlichen Berufsethos beendet wird und dass die Bibliothek Pierre Mendes France der Universität Paris 1 Sorbonne den Pluralismus der wissenschaftlichen Publikationen, die den Studenten und anderen Benutzern bereitgestellt werden, respektiert.

 

Nein der McCarthy-gleichen Zensur in den Universitätsbibliotheken!

 

Das komplette Dossier zu diesem Fall von Zensur und die Korrespondenz dazu:

 

Godefroy Clair, Projektierungsingenieur an der Universität Paris 8

Anne Lacrois-Riz, Prof. em. In zeitgenössischer Geschichte, Universität Paris 7

Aymeric Monville, Direktor des Verlags Delga

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