Erklärung – Kino aus Kärnten

Im Namen der Filmschaffenden Kärntens geben die Unterzeichnenden

folgende Erklärung ab:

Kärnten gilt in der Filmbranche als weißer Fleck; die meisten Produktionen machen einen großen Bogen um eines der schönsten Bundesländer Österreichs. Die Gründe dafür sind vielfältig und lassen sich wie folgt zusammenfassen: Filmschaffende finden praktisch keine professionellen Arbeitsmöglichkeiten vor und sind zur Abwanderung gezwungen; ihre Tätigkeit, die international den besten Ruf genießt, findet hier keine öffentliche Anerkennung. In kulturpolitischer Hinsicht hinkt Kärnten im Vergleich mit anderen Bundesländern (wie etwa der Steiermark, Tirol oder Salzburg) hinterher, weil es keine institutionalisierte Filmförderung gibt. Transparente Richtlinien für die Vergabe von Förderungen, wie sie anderswo selbstverständlich sind, werden offensichtlich bewusst nicht formuliert. Wer letztlich die Entscheidung für oder gegen ein Projekt trifft, bleibt im Dunkeln, Filmschaffende werden zu Bittstellern. Daher werden Projekte, die man genauso gut in Kärnten realisieren könnte, konzeptionell so gestaltet, oft sogar umgeschrieben, dass sie den Kriterien anderer Fördergeber entsprechen, und spezielle Kärntner Themen im österreichischen Filmschaffen nicht wahrgenommen werden.

 

Kärnten geht auf diese Weise einmal mehr leer aus. Dem Land entgehen künstlerische Impulse und darüber hinaus auch wirtschaftliche, die weit über den Tourismus hinausgehen, weil alle Förderungen plus EU-Gelder und externe Produktionsbudgets ja wieder in Kärnten ausgegeben werden müssten. Während sich rund um Kärnten gut dotierte Filmförderungsprogamme etablieren, verabsäumt Kärnten die Chance, sich im Alpen-Adria-Raum als Kooperationspartner zu positionieren. Positive Beispiele sind etwa Friaul-Julisch-Venetien und vor allem Südtirol, das in den letzten Jahren auf eine millionenschwere Filmförderung setzt und gerade einen regelrechten Boom erlebt, weil Produzenten aus ganz Europa sich um die Gelder anstellen. An Kärnten gehen diese Entwicklungen spurlos vorüber, was nicht nur für den filmkünstlerischen Nachwuchs eine Katastrophe ist, sondern auch für viele Dienstleistungsbetriebe, die von der Filmbranche profitieren könnten.

 

Um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen, werden folgende Maßnahmen gefordert:

1. umgehende Einberufung einer Enquete durch die Kulturabteilung des Landes Kärnten, in deren Rahmen eine Gruppe von ausgewiesenen und einschlägig erfahrenen ExpertInnen mit der Ausarbeitung von Richtlinien zur Filmförderung sowohl in künstlerischer, als auch touristisch-wirtschaftlicher Hinsicht beauftragt wird;

2. die Einrichtung einer „FilmCommission Kärnten“ als zentrale und politisch autonome Anlaufstelle für sämtliche Belange Kärntens als eines Filmproduktionslands; dabei soll es nicht nur um die Abwicklung finanzieller Angelegenheiten gehen, sondern vor allem auch um die kompetente Bereitstellung infrastruktureller Hilfeleistungen (Informationen aller Art, Dolmetscher- und Location Service, Begleitung bei Behördenwegen u.ä.);

3.  die jährliche Organisation und Finanzierung eines Szenetreffs („Kino aus Kärnten“) im Rahmen von „K3“; Kärnten benötigt einen Austausch von hier ansässigen und auswärtigen Filmschaffenden, der im Sinne einer filmfördernden Maßnahme initiiert werden muss, weil informelle Filmkultur ebenfalls nicht stattfindet; eine derartige Veranstaltung könnte, wie auch bisher, mit einigen Filmvorführungen in Kärntner Programmkinos publikumswirksam aufgezogen werden.


Prof. Arno Rußegger    Verfasser der Petition kontaktieren

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