Selbstbestimmung jetzt! - Für ein Parlament der Sorben/Wenden

Verfasser der Petition kontaktieren

Wahlaufruf zur Wahl des Serbski Sejm

2018-05-17 19:01:30

Eingebettet in ein kleines Kulturprogramm am Rande des Frühlingsfestes (nalětni swjedźeń) der Krabatmühle Schwarzkollm wurde am 1. Mai 2018 feierlich der Wahlaufruf zur Wahl der ersten demokratisch legitimierten Volksvertretung des sorbischen/wendischen Volkes, dem Serbski Sejm, veröffentlicht.

Nach einer Begrüßung und Einleitung durch den Nebelschützer Bürgermeister Tomaš Čornak als Vertreter der Sejm-Initiative verlas der Wahlleiter dr. Hagen Domaška den Wahlaufruf, in welchem Wähler zur Eintragung in das Wählerverzeichnis sowie Vereinigungen zur Benennung von Kandidaten eingeladen werden. Außerdem erläuterte er die wesentlichen Eckpunkte der Briefwahl mit den folgenden wichtigsten Terminen:

  • Einsendung von Einzelwahlvorschläge durch Vereine und Interessengruppen: ab sofort bis zum 13.08.2018 bis 16:00 Uhr
  • Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis (postalisch mit beiliegendem Formular, E-Mail, bequem per Onlineformular oder Eintragung in Listen des Wahlausschusses): ab sofort bis zum 27.10.2018
  • Versand der Briefwahlunterlagen: ab 20.08.2018
  • letzter Tag der Briefwahl und Ende der Wahlzeit: 03.11.2018, 10:00 Uhr (Eingang)

„Ich bitte alle Presseorgange und Medien, den Wahlaufruf und das Antragsformular zur Eintragung in das Wählerverzeichnis zu veröffentlichen.“ wendet sich der Wahlleiter an die sorbisch-/wendisch- und deutschsprachigen Medien.

Viele Besucher nutzten gleich die Gelegenheit, den Wählerregistrierungsantrag auszufüllen. In Gesprächen und im ebenfalls beiliegenden Flyer „7-Punkte-Plan zur Stärkung des sorbischen/wendischen Gemeinwesens - Der Weg zum Serbski Sejm“ informierten sie sich über die Einbettung in den Gesamtprozess der sorbischen/wendischen Demokratiebewegung für eine Kultur- und Bildungsautonomie, die eine Selbstbestimmung in inneren Angelegenheiten, jedoch keine territoriale Autonomie zum Ziel hat.

In zahlreichen Veranstaltungen, beginnend mit drei Regionalforen in der Nieder-, Mittel- und Oberlausitz, wird in den kommenden Wochen und Monaten in einer Öffentlichkeitskampagne für die Teilnahme an der Sejm-Wahl als unmittelbaren Beitrag jedes Sorben/Wenden auf dem Weg unseres Volkes zur Inneren Selbstbestimmung geworben.


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Stiftungsratsentscheidung offenbart Vakuum in der politischen Vertretung der Sorben und Wenden in Deutschland – Bund und Länder jetzt in der Pflicht

2017-12-15 15:38:50

Der von der sorbischen Demokratiebewegung „Iniciatiwa Serbski sejm“ im August 2017 frist- und formgerecht bei der Stiftung für das sorbische Volk eingereichte Antrag auf Finanzierung von Urwahlen zur Schaffung einer demokratisch legitimierten Vertretung des sorbischen/ wendischen Volkes in Deutschland wurde auf der Herbstsitzung des Stiftungsrates am 30.11.17 abgelehnt. Die offizielle Begründung lautet: Der Antrag kann von der Stiftung für das sorbische Volk nicht unterstützt werden, da der Fördergegenstand nicht dem im Staatsvertrag über die Errichtung der Stiftung für das sorbische Volk beschriebenen Stiftungszweckes entspricht.“

Der Antrag war von der Initiative unter anderem gestellt worden, um Zuständigkeit und Fähigkeit der Stiftung, demokratische Prozesse und politische Organisation des sorbischen/wendischen Volkes zu finanzieren, einer prinzipiellen Klärung zuzuführen.

Mit der Entscheidung des Stiftungsrates wurde nun Klarheit geschaffen, dass die aktuell von der Stiftung finanzierten Strukturen der Kulturpflege aus satzungsrechtlichen Gründen nicht politisch für das sorbische/wendische Volk tätig sein können, und damit eine politische Repräsentation des sorbischen/wendischen Volkes im Rahmen bestehender Strukturen nicht vorgesehen ist.

Das höherrangige - über Artikel 25 ins Grundgesetz inkorporierte - Völkerrecht bestimmt jedoch hiervon abweichend, dass die Staaten ihren Minderheiten und Teilstaatsvölkern die notwendigen Mittel zum nationalen Selbsterhalt zur Verfügung stellen müssen. Dies beinhaltet neben kulturellen Angelegenheiten explizit auch deren politische Selbstorganisation und Vertretung.

Zur Überwindung des gravierenden Defizites politischer Repräsentation fordert die sorbische Demokratiebewegung nun - angesichts der festgestellten Nichtzuständigkeit der Stiftung – von Bund und Ländern mit beiliegendem Offenen Brief die völkerrechtskonforme direkte Finanzierung der geplanten Urwahl aus Steuermitteln, welche in Brandenburg und Sachsen nicht unerheblich von Sorben und Wenden erwirtschaftet werden.

Dabei können die Länder die Wahlkosten massiv reduzieren, indem sie, wie zur brandenburgischen Sorbenratswahl 2015, die kommunalen Meldeämter für die Wähleridentifzierung kostenfrei zur Verfügung stellen.

Um dem Antrag der Demokratiebewegung zusätzlich Kraft zu verleihen, bittet die Initiative weiter um Unterschriften. Bereits über 900 Menschen unterstützen die Initiative öffentlich (zum Vergleich, dies entspricht bei 60.000 Sorben einer von 1,2 Millionen deutschen Staatsbürgern getragenen Petition). Helfen Sie mit, dass es kurzfristig über 1.000 werden!

Zur Unterstützung der Vorbereitung für den Anfang 2018 beginnenden Wahlprozess (weitere Information der sorbisch/wendischen und allgemeinen Öffentlichkeit, staatsrechtliche Begleitung) bittet die sorbische Demokratiebewegung um Spenden an den Förderverein Smy e.V. Jeder Betrag hilft!

>> Spendenkonto Smy e.V., IBAN: DE48 8555 0000 1002 0309 90 (KSK Bautzen) <<


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Offener Brief an die Mitglieder des Stiftungsrates der Stiftung für das Sorbische Volk ö.R. zur Sitzung am 30. November 2017

2017-11-27 21:07:09

Sehr geehrtes Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung für das Sorbische Volk,
„Dass unsere Sprache ausstirbt, ist Fakt“. Mit diesen Worten positionierte sich im Jahre 2011 der damals neubestimmte Vorsitzende des Domowina-Dachverbandes bundesweit in seinem Antrittsinterview in der ZEIT.

Man kann diskutieren, ob diese Vision eines unvermeidlichen Untergangs des Kerns der sorbischen Kultur lediglich eine  persönliche Meinung oder aus dem Munde des Domowina-Vorsitzenden doch eher eine sich selbsterfüllende Prophezeiung darstellt.

Viele Sorben und Wenden - in allen Teilen der Bevölkerung - teilen diese fatalistische Einschätzung jedoch in keiner Weise. Vielmehr führen sie den tatsächlich in allen Bereichen beobachtbaren Niedergang der sorbischen Alltagskultur zurück auf das Fehlen einer mit echten Kompetenzen ausgestatteten und demokratisch legitimierten sorbischen Volksvertretung, deren Prinzipien die Bundeszentrale für politische Bildung wie folgt beschreibt 1):

„(...) zum Aufgabenspektrum demokratischer Parlamente [gehört], Transparenz und Effizienz zu gewährleisten - also das kommunikative "Öffentlichmachen" von Politik ebenso wie die aktive Regelung gesellschaftlicher Probleme.

(...) Gesamtaufgabe von Parlamenten [ist], Legitimität durch Repräsentation zu erzeugen. Denn die Funktion, die das Parlament von allen anderen Interessenvertretungen unterscheidet, ist die Repräsentation - und zwar verstanden (...) als das Recht und die Pflicht zur (auch für andere) verbindlichen Entscheidung - einer Entscheidung, die im Namen des Volkes geschieht, (...) die  Einzel- und Gruppeninteressen aufnimmt und (...) gerade deswegen gemeinwohlorientiert und allgemeinverbindlich sein kann."

Die negative Entwicklung der Sprecherzahlen, die sukzessive Reduktion sorbischer Institutionen (Schulen, Lehrpositionen) seit 1990 oder aktuell die drohende administrative Einstellung des Sorbisch-Unterrichtes an vielen Schulen Brandenburgs zeigt, dass die aktuelle politische Repräsentation des sorbischen Volkes durch die Landesparlamente wie derzeit „nebenbei“ in der Praxis eine allgemeinverbindliche Gemeinwohlorientierung nur im Sinne der Mehrheitsbevölkerung bedeutet. Die zwar verfassungsmäßigen Rechte der Sorben auf kulturellen Selbsterhalt und die Weiterentwicklung ihrer Sprache und Kultur (Art 6. sächsische bzw. Art. 25 brandenburgische Verfassung) werden somit faktisch überall dort außer Kraft gesetzt, wo die spezifischen kulturellen Bedürfnisse der Minderheit von denen der Mehrheit abweichen. Ein Kulturverein hat hierauf keinerlei Einfluss.

Dieses prinzipielle repräsentative Dilemma wurde in anderen etablierten Demokratien (u.a. Belgien, Finnland, Italien, Schweden, Ungarn) erkannt und erfolgreich durch die Schaffung von Minderheiten-Parlamenten mit echten Kompetenzen im Bereich Kultur und Bildung aufgelöst. Von der in der Folge ausnahmslos beobachteten Vitalisierung haben nicht zuletzt deutschsprachige Minderheiten sehr profitiert, in der Regel zum Nutzen der Gesamtgesellschaft.

Bereits mehr als 900 engagierte Sorben, darunter viele Domowina-Mitglieder, führende Wissenschaftler, Künstler, Studenten und Unternehmer unterstützen daher öffentlich mit ihrem Namen die Petition zur Schaffung einer demokratisch legitimierten Volksvertretung der Sorben und Wenden (Serbski Sejm), was einer von 1,2 (bzw. 3,6) Millionen  deutschen  Staatsbürgern  getragenen Petition entspricht, wenn man von 60.000 (bzw. 20.000) „aktiven“ Sorben ausgeht.

Völkerrechtlich besitzen die Sorben als autochthones Volk ein unveräußerliches Recht auf innere Selbstbestimmung, aus dem  heraus sie jederzeit beschließen können, eine Urwahl abzuhalten. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist über Artikel 25 GG  in deutsches Recht inkorporiert. Die Ermittlung demokratisch legitimierter Volksvertreter erfolgt gemäß den deutschen Verfassungsprinzipien auf allen Ebenen unseres Staates durch allgemeine, freie Wahlen (Artikel 20 GG).

Die Stiftung für das sorbische Volk ist die einzige Instanz in Deutschland, mit der spezifisch sorbische Belange institutionell finanziert werden. Die Finanzierung der Urwahl zum sorbischen Vorparlament – das dem Verfassungsziel eines verbesserten kulturellen Selbsterhalts der Sorben und Wenden dienen soll – ist damit originäre Aufgabe der Stiftung, auch wenn solches in ihrer derzeitigen Satzung nicht explizit erwähnt wird.

Ein ablehnender Entscheid wäre daher gleichbedeutend mit der Aussage, dass der einzige öffentliche Finanzierungsträger explizit sorbischer Anliegen - und damit der Staat und die Bundesländer - die Bestimmung eines legitimierten Vertretungsorganes des Teilstaatsvolkes der Sorben mittels demokratischer Wahlen nicht unterstützt bzw. nicht wünscht, im Widerspruch zu  völkerrechtlichen und deutschen Verfassungsprinzipien.

Der traditionell als „Interessenvertretung der Sorben“ auftretende Domowina-Dachverband kann die fehlende politische Repräsentation des sorbischen Volkes in Deutschland weder formal noch inhaltlich ersetzen.

Aus formalen Gründen, da ein Verein – ungeachtet vorgetragener Mitgliederzahlen - nur befugt ist, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und lediglich für diese sprechen kann (Beispiel: der ADAC). Die von der Domowina-Führung stets  kolportierte Behauptung „die Sorben wollen kein Parlament“ ist daher anmaßend und angesichts hunderter  Petitionsunterstützer, darunter nachweislich vieler Domowina-Mitglieder, abwegig. Im Gegenteil fragen uns die Menschen „Wann geht es endlich los?“ Tatsächlich ist die weit überwiegende  Mehrzahl der Sorben in keinem der Domowina-Vereine Mitglied. Ein Verein aber, dem nur eine Minderheit  des  Volkes  angehört, kann – auch durch vereinsinterne Wahlen - keine gemeinwohlorientierte Willensbildung und für die Mehrheit verbindliche Entscheidungsfindung im Sinne einer politischen Repräsentation leisten.

Gleichwohl lehnt die Domowina-Führung bekanntermaßen allgemeine Wahlen des sorbischen Volkes vehement ab und versucht seit Jahren systematisch – unter Ausnutzung ihres privilegierten Zugangs zu politischen Verantwortungsträgern und Medien - die Schaffung einer wirksamen politischen Repräsentation mit allen Mitteln zu verhindern. Das von Seiten der (zumeist vom Dachverband benannten) sorbischen Vertreter im Stiftungsrat bereits angekündigte negative Abstimmungsverhalten zur Wahlfinanzierung illustriert das aktuelle Defizit an Repräsentation und Demokratie anschaulich.


Über die Gründe ihrer Ablehnung demokratischer Wahlen verweigert die Domowina-Führung jede direkte Diskussion mit der  Demokratiebewegung, behauptet jedoch manipulativ in der Öffentlichkeit gern das Gegenteil. Es liegt nahe, dass eine pluralistisch zusammengesetzte Volksvertretung bisherige - argumentativ kaum begründbare - Privilegien des Dachverbandes in Frage stellen könnte und dass deshalb jedwede Diskussion präventiv unterbunden werden soll.

Die Teilnahme an den geplanten allgemeinen und freien Wahlen steht allen bekennenden Sorben und Sorbinnen offen. Selbstverständlich besitzen damit Domowina-Angehörige das aktive und passive Wahlrecht und können sich somit gleichberechtigt – nicht aber privilegiert - am gesamtsorbischen demokratischen Verfahren beteiligen und ihre Positionen nach  Maßgabe der Unterstützung durch die Wähler vertreten.

Bei Ihrer persönlichen Meinungsbildung zur Frage der Gewährung einer Finanzierung aus Mitteln der Stiftung für das Sorbische Volk zur Durchführung von Wahlen einer demokratisch legitimierten Volksvertretung der Sorben und Wenden bitten wir Sie daher, die folgenden Punkte zu bedenken:

  • Das geplante Parlament soll ehrenamtlich arbeiten.
  • Der benötigte Kostenrahmen für die Wahlen ist abhängig von der tatsächlichen Wahlbeteiligung. Bei geschätzten  2.000  –  5.000  Wählern  wären  die  benötigten Finanzmittel substantiell geringer als beantragt. Bei staatlicher Unterstützung durch die  Meldeämter  kann der benötigte Finanzbedarf weiter auf wenige 10.000 € reduziert werden.
  • Bereits etwa ein Drittel aller Domowina-Mitglieder hat die Petition zur Schaffung einer demokratisch legitimierten Volksvertretung der Wenden und Sorben unterzeichnet. Da der Verband traditionell multiple Mitgliedschaften in mehreren Vereinen jeweils einzeln berücksichtigt, entsprechen lediglich ungefähr 2 - 3.000 natürliche Personen den von der Domowina-Führung derzeit mit 7.000 angegebenen Mitgliedern.
  • Die hauptamtlichen Funktionäre und Angestellten der Domowina-Führung werden nicht wie bei Interessenvertretungen üblich von Ihren Mitgliedern, sondern über die Stiftung  direkt aus staatlichen Mitteln bezahlt. Die Ablehnung demokratischer Wahlen und die Blockade der innersorbischen Diskussion durch staatlich bezahlte Funktionäre erscheinen  aus Steuerzahlersicht und demokratietheoretisch höchst fragwürdig.
  • Die staatliche Forderung „die Sorben müssten sich in Bezug auf ihre politische Vertretung erst einmal selbst einigen“ kann nur im Rahmen eines durch allgemeine Wahlen legitimierten Gremiums realisiert werden. Eine Positionierung des Stiftungsrates gegen die Finanzierung einer Wahl stellte eine einseitige staatliche Parteinahme zugunsten einer demokratisch nicht legitimierten Vertretungsregelung dar, die aus regierungspraktischer Sicht möglicherweise als „bewährt“ erscheint, die sich objektiv jedoch als nicht geeignet erwiesen hat, die Verfassungsgarantien zu Erhalt und Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur zu verwirklichen, wie der Domowina-Vorsitzende bereits 2011 in der ZEIT einschätzte.
  • Die sorbische Demokratiebewegung ist ein Musterbeispiel bürgerlichen Engagements für das Gemeinwohl. Sie verfolgt ein anspruchsvolles kulturpolitisches Ziel und hat mit bisher ausschließlich privaten Mitteln eine gesamtgesellschaftliche Diskussion zur demokratischen Erneuerung angestoßen. Es wäre ein fatales politisches Signal - nicht nur für Sachsen und Brandenburg - wenn der Staat solches demokratisches  Engagement nicht unterstützte, sondern das bestehende Demokratiedefizit im sorbischen Teilstaatsvolk, das strukturell aus Vorwendezeiten herrührt, festschriebe. Systematische Frustration engagierter Bürger und eine Zunahme der Demokratieverdrossenheit wären die Folge.
  • Die Existenz des sorbischen Volkes als lebendige Kulturnation in Deutschland ist aufgrund der speziellen interkulturellen und intellektuellen Kompetenzen der Sorben gesamtgesellschaftlich ein Mehrwert. Ihr kultureller Untergang wäre kein Gewinn für Deutschland.

Als deutsche Staatsbürger gehen wir davon aus, dass die Artikel 20 GG, sowie die Artikel 6 der sächsischen bzw. Artikel 25 der  brandenburgischen Verfassung die Grundlage eines Wahlrechtes der Sorben gemäß dem in Artikel 25 GG in deutsches Recht inkorporierten Völkerrechtes darstellt, wie von führenden Verfassungs- und Völkerrechtsjuristen festgestellt wurde.

Wir bitten Sie daher, mit Ihrer Stimme die Bereitstellung der für die Wahlen benötigten Finanzmittel aus den Mitteln der Stiftung zu unterstützen und damit die innere Selbstorganisation des Sorbischen Volkes nach demokratischen Grundsätzen zu ermöglichen. Als Teilstaatsvolk der Bundesrepublik Deutschland sind wir entschlossen, unsere ererbte Sprache und Kultur entsprechend verfassungsmäßigen Grundsätzen unseres Staates in kultureller Selbstbestimmung zu erhalten, zu erneuern und zum gemeinschaftlichen Nutzen aller in Deutschland einzusetzen.

Wir danken Ihnen für die ernsthafte Erwägung der hier vorgebrachten Argumente.

Zu Ihrer weitergehenden Information übersenden wir Ihnen im Anhang den vor kurzem vorgestellten 7-Punkte-Plan zum Serbski Sejm, die Beschreibung der "Gemeinschaft der Sorben und Wenden K.ö.R." sowie Eckpunkte zum Wahlmodus.
 
Z přećelnym postrowom,

Z pśijaznym póstrowom,

Mit freundlichen Grüßen,

 

dr. Měrćin Wałda, Hanzo Wyllem-Kell, Dr. Andreas Kluge, Dr. Měrćin Schneider-Krawc


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Runder Tisch zur Zukunft der sorbischen/wendischen Bildungslandschaft

2017-08-18 07:35:23

Zum Thema Zukunft der sorbischen/wendischen Forschungs- und Bildungslandschaft lädt die Initiative für eine sorbische/wendische Volksvertretung - Serbski Sejm alle Interessierten zu einem Runden Tisch am Mittwoch, dem 23. August, um 18 Uhr ins Haus der Sorben in Bautzen herzlich ein.

Im Bereich der Bildung – insbesondere auch der sorbischen/wendischen – ist derzeit eine große Dynamik entstanden. Der Bildungsgipfel der Initiative im Januar dieses Jahres hat mit seiner tiefgründigen Analyse der Bildungssituation und seinem Forderungskatalog viele, nicht zuletzt auch in der Politik, wachgerüttelt. Es gibt ein neues Schulgesetz, die Zukunft des Sorbischen Institutes wird diskutiert, eine Obersorbische Sprachschule soll kurzfristig entstehen und der Bautzener Standort der Sächsischen Bildungsagentur in Zeiten akutesten Lehrkräftemangels geschlossen werden.

Gleichzeitig konkretisiert sich der Weg, wie das sorbische/wendische Volk über ein eigenes Parlament mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen wird.

In diesem Kontext will der Runde Tisch allen Interessierten, Gruppen und Akteuren die Möglichkeit geben, ihre Meinungen und Ideen zu bündeln und gemeinsam Lösungen aus Sicht und im Sinne unseres Volkes zu finden“, so Dr. Andreas Kluge, der bildungspolitische Sprecher der Initiative.

Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Matthias-Theodor Vogt, Görlitz. Unter seiner Leitung wurden im Auftrag der Stiftung für das Sorbische Volk bereits mehrere Studien erarbeitet, mit denen die Schwächen des aktuellen sorbischen/wendischen Institutionennetzwerkes untersucht und strukturelle Empfehlungen zur Stärkung der sorbischen/wendischen Sprache, Kultur und Identität konzipiert wurden. Aufgrund der breit eingeladenen Fachleute und Politiker wird die Veranstaltung überwiegend in deutscher Sprache stattfinden.


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Fördermittelantrag für die Wahl des Sorbischen/Wendischen Parlamentes eingereicht

2017-08-10 17:47:47

Am 7. August 2017 hat der Smy e.V., Förderverein für die Unterstützung zur Schaffung der ersten demokratisch legtimierten Volksvertretung der Sorben/Wenden - Serbski Sejm, dem Direktor der Stiftung für das Sorbische Volk, Jan Budar, einen Fördermittelantrag zur Deckung der Kosten für die Parlaments-Urwahl übergeben.

Alexander Polk, der den Antrag federführend bearbeitet hat, erläutert: „Die Absicherung der Finanzierung ist eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung der Urwahl. Erhebliche Kosten wird die Öffentlichkeitsarbeit, die mit dem Zeitpunkt des Wahlaufrufes intensiviert starten wird, verursachen, sowie die nötige Identifizierung der Wähler, was beim Teilstaatsvolk der Sorben/Wenden schon etwas Besonderes ist.“ Dr. Měrćin Wałda, Sprecher der Parlaments-Initiative und Vereinsvorsitzender, ergänzt dazu: „Im Völkerrecht verpflichten sich die Mitglieder der Staatengemeinschaft, ihren Minderheiten/Teilstaatsvölkern in Selbstverwaltung eine kulturelle Autonomie zu gewähren. Dies impliziert natürlich auch die Schaffung der dafür notwendigen demokratischer Strukturen, also das Parlament, und die Bereitstellung der dazu notwendigen finanziellen Mittel.“


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Feierliche Berufung des Sorbischen/Wendischen Ältestenrates auf dem Weg zum Serbski Sejm

2017-01-23 21:32:49

Am 28. Januar ab 14.00 Uhr wird im Schloss Hoyerswerda durch die Initiative Serbski Sejm feierlich der Sorbische/Wendische Ältestenrat (Rada Starostow) als überparteiliches Symbol des sorbischen/wendischen Volkes berufen. Bisher 14 verdiente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens des sorbischen/wendischen Volkes aus allen Teilen der Lausitz wurden auf Vorschlag verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und aus dem Kreis der Petitions-Unterstützer durch die Initiative angesprochen, und haben sich bereit erklärt, mit diesem Amt den Aufbau einer langfristig lebensfähigen sorbischen/wendischen Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dabei ist der Kreis weiterhin offen, alle Sorben/Wenden sind aufgerufen, weitere Persönlichkeiten zu benennen, welche die Initiative ansprechen sollte.

Die Mitglieder der Rada Starostow verpflichten sich, die Schaffung des Serbski Sejm eigenverantwortlich, basisdemokratisch, transparent, innovationsfreudig und kritisch zu begleiten und damit zum Wohl des sorbischen/wendischen Gemeinwesens zu wirken, es lebendig zu erhalten und für eine enkeltaugliche Zukunft zu sorgen.

Nach einem Festvortrag und einer musikalischen Umrahmung werden die Kandidaten vorgestellt und anschließend durch die Annahme ihres Amtes und die Übergabe einer Berufungsurkunde inauguriert. Zum Abschluss ist ein kleiner Empfang geplant sowie eine Pressekonferenz angesetzt.

Alle Interessierten sind zu diesem wichtigen Schritt im Sejm-Prozess und zur Emanzipation des sorbischen/wendischen Volkes recht herzlich eingeladen. Aufgrund der begrenzten Plätze und zur besseren Planbarkeit wird um Anmeldung an info@serbski-sejm.de gebeten. Die Veranstaltung wird über die Homepage www.serbski-sejm.de wieder als Livestream in Bild und Ton verfolgt werden können.


Gunnar Schneider, Initiative "Serbski Sejm"

Erster Sorbischer/Wendischer Bildungsgipfel am 14. Januar in Bautzen

2017-01-12 17:51:18

Die Initiative Serbski Sejm lädt für Samstag, den 14. Januar 2017 ab 13:30 Uhr ins Steinhaus Bautzen zum ersten Sorbischen/Wendischen Bildungsgipfel ein.

Der dramatische Niedergang der alltäglichen Verwendung der sorbischen/wendischen Sprache einerseits und das Erkennen der enormen Wichtigkeit der Sprache als identitätsstiftenden Pfeiler des sorbischen/wendischen Volkes, andererseits alarmieren, dass keine Zeit mehr verloren gehen darf, die Geschicke des sorbischen/wendischen Gemeinwesens gerade in diesem Bereich selbstbestimmt in die Hand nehmen.

Als einen ersten Schritt zur angestrebten Bildungs- und Kulturautonomie wird der Bildungsgipfel allen Akteuren eine Plattform bieten, die heutigen Defizite zu benennen, ihre Ideen zur Verbesserung vorzustellen, miteinander zu diskutieren sowie Lösungswege zu formulieren und einzufordern.

Dabei sollen bewusst auch grundsätzliche strukturelle Einschränkungen, die der aktuellen (durchaus gut gemeinten) Fremdbestimmung geschuldet sind, in Frage gestellt werden.

Der Bildungsgipfel nimmt die Arbeitsweise des Bildungsausschusses der zukünftigen demokratisch legitimierten Volksvertretung des sorbischen/wendischen Volkes auf, der die Meinungspluralität aller betroffenen Akteure, nämlich Kinder, Schüler und Studenten, Eltern, (Hochschul-) Lehrer, Erzieher, Einrichtungsleiter, Schulverein, Witaj-Zentrum und Domowina, Institute, Sprachschulen, .... aufnimmt, zu einer gemeinsamen Meinung bündelt und nach außen hin legitimiert vertritt.

Alle Zielgruppen werden gebeten, ihre Positionen stichpunktartig oder detailliert formuliert nach Möglichkeit zur Veröffentlichung vorab an info@serbski-sejm.de zu senden. Diese können dann unter www.serbski-sejm.de/de/bildungsgipfel.html vorbereitend zur Veranstaltung von allen Interessierten zur Kenntnis genommen werden.

Der Bildungsgipfel wird mit einer Übersicht zu den eingereichten Positionen eröffnet werden. Anschließend werden in Arbeitsgruppen 3-4 Themenbereiche (voraussichtlich frühkindliche Bildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung, Lehrerbildung) konkret bearbeitet. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden dann final im Plenum vorgestellt. Abschließend werden das weitere Vorgehen und die Schritte zur Durchsetzung der Forderungen miteinander abgestimmt.

Dabei kann man, wenn bspw. die Entfernung hindert, nun auch vom heimischen Computer aus beiwohnen. Die Initiative Serbski Sejm plant dazu, einen Video-Livestream zu schalten, der ganz einfach via Youtube-Link ebenfalls auf www.serbski-sejm.de/de/bildungsgipfel.html erreichbar sein wird.
Das für das sorbische/wendische Volk hoch brisante Thema Bildung hat im Vorfeld der Veranstaltung bereits für starke Aktivitäten gesorgt. Es wurden verschiedene aktuelle Positionspapiere eingereicht aber auch zahlreiche hochinteressante, z.T. leider in nie in der Öffentlichkeit diskutierte Dokumente, bspw. vom Forum Niederlausitz, von Prof. Vogt oder der Dürrwicknitzer Initiative bereitgestellt, die nun erstmals einer strukturierten Gesamtdebatte unterzogen werden können.

Anfahrtskizze zum Steinhaus: www.steinhaus-bautzen.de/de/service/anfahrt


Gunnar Schneider, Initiative "serbski sejm"

Sejm-Idee nimmt Fahrt auf - Demokratiewagnis am 5. September

2016-08-26 12:50:00
Nach der bereits erfolgten Vorankündigung lädt die Initiative für eine sorbische/wendische Volksvertretung nun offiziell zum öffentlichen Forum anlässlich der 1. Bautzener Demokratiewochen am 5.9.2016 um 18 Uhr im Steinhaus ein, möchte Ihnen den konkreten Ablauf der Veranstaltung mitteilen und bittet in Ihrem Kreis um breite Verteilung.

Unter dem Titel "Demokratie wagen: Serbski Sejm – erstmals ein Parlament der Sorben und Wenden" soll der Abend ein bedeutender Wendepunkt auf dem Weg zum Parlament des sorbischen/wendischen Volkes werden und erlebbar machen, welche Möglichkeiten der Serbski Sejm bieten wird.

Im Vorprogramm ab 17 Uhr wird die sorbische Band "Berlinska dróha" fetzige Musik aufführen und gemeinsam mit Gedicht-Rezitatoren für Feststimmung sorgen.

Parallel kann ab 18 Uhr im bewegenden Dokumentarfilm "The Tundra Tale" das Leben der Samen/Lappen, einem indigenen Volk in Skandinavien, sowie ihr Kampf gegen den Raub ihrer Lebensgrundlage durch Rohstoff-Konzerne kennengelernt werden. Ähnlich den Sorben/Wenden tragen sie den Fluch der Bodenschätze unter Ihrem Land.

19 Uhr startet dann der inhaltliche Teil der Veranstaltung:

Zu Beginn wird ein Überblick über Beispiele von Selbstbestimmung und Regionalparlamenten in Europa gegeben, sowie eine kurze Zusammenfassung über den Entwicklungsstand und die Konzeption zum Serbski Sejm.
Der Hauptteil wird ein Plenum sein, in dem die Teilnehmer die drängendsten Themen für die Selbstbestimmung des sorbischen/wendischen Volkes benennen können, die der Sejm nach seiner Konstituierung aufnehmen soll.
Welche dieser Themen am wichtigsten sind, legen die Teilnehmer des Abends als "Wähler" in einer Abstimmung selbst fest und machen damit die geplante Arbeitsweise des Serbski sejm als Instrument der kollektiven Willensbildung erlebbar.
Spannend wird es, zu sehen, ob die Versammlung zu einer Art im Konsens getragener parlamentarischer Stellungnahme hinsichtlich der wichtigsten Themen kommen wird.
Wesentliche konzeptionelle Neuerung ist, dass sich jeder bekennende  Sorbe/Wende - und zwar unabhängig vom Wohnort - an der Wahl des Sejm und seiner Arbeitsschwerpunkte beteiligen kann, was eine bleibende Verbindung zur Kulturgemeinschaft ermöglicht und damit dem demographischen „brain drain“ entgegenwirkt.

Abschließend gegen 21 Uhr haben die Teilnehmer Gelegenheit, an Runden Tischen, moderiert von prominenten Lausitzer Persönlichkeiten wie z. B. dem Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens und dem Theaterintendanten Lutz Hillmann, verschiedene angesprochene Themen individuell weiter zu diskutieren.

Die Veranstaltung wendet sich insbesondere an die niedersorbisch- und obersorbisch- sowie deutschsprachigen Sorben allen Alters sowie an die Presse. Es ist eine Simultanübersetzung in nieder- und obersorbisch sowie deutsch geplant. Wir laden herzlich dazu ein.

Anbei finden Sie den Veranstaltungsflyer, weitere Informationen zum Serbski Sejm unter www.serbski-sejm.de sowie auf www.facebook.com/serbskisejm

 

Gunnar Schneider, Initiative "serbski sejm"

Einladung zur Klasur der Initiative "Serbski Sejm"

2016-06-01 19:22:47

Dobry dźeń,

mit Ihrer Unterschrift unter unserer Petition haben Sie einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Unterstützung der Ziele unserer Initiative geleistet. Wir danken Ihnen afür und hoffen, dass das auch weitere Unterstützer motiviert.

Haben Sie Interesse an einer weiteren, anderen, konkreten Form der Unterstützung?

Die Initiative „Serbski Sejm“ trifft sich am 11. Juni 2016 in Nebelschütz zur Klausur.

Einerseits wird zum einen um Festlegungen und damit verbundene Fragen zur Urwahl zum „Vorparlament Serbski Sejm“ gehen, zum anderen steht die Vorbereitung eines Podiums mit allen interessierten Partnern (Vereine, Kommunen, Politiker, Institutionen u. ä.) auf dem Programm dieser Tagung, einschließlich dazugehöriger Kampagne, Jugendworkshop etc.

Wenn Sie möchten, können Sie gern teilnehmen und mitberaten. Die Klausur ist am 11. Juni in der Zeit zwischen 10.00 Unr und 17.00 Uhr geplant. Wenn Sie an einer Teilnahme interessiert sind, melden Sie sich bitte bei Měrćin Wałda an, einem unserer Sprecher, unter der Adresse: martin.walde@gmx.net


Gunnar Schneider, Initiative "serbski sejm"



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